Irgendwann in der Laufbahn eines Unternehmers heisst es: Nachfolger gesucht! Dies kann sowohl familienintern (Family Buy-out), unternehmensintern (Management Buy-out) oder aber auch unternehmensextern (Management Buy-in) geschehen. In den letzten Jahren kam letztere Variante immer häufiger zum Zug. Oftmals daher, weil kein passender und williger Nachfolger in den eigenen Reihen ausgemacht werden konnte.
Herausforderung: Firma verkaufen
Dieser Mangel an internen Nachfolgekandidaten hat zur Konsequenz, dass das Unternehmen an eine betriebsfremde Person übergeben werden muss. Während bei einer internen Nachfolgelösung das Unternehmen oftmals «unter der Hand» übergeben werden kann, erfordert die externe Nachfolge ein anderes Vorgehen. Es muss nämlich ein Käufermarkt spezifisch für das Unternehmen erschaffen und der Nachfolger gezielt ermittelt werden. Dies geschieht selbstverständlich in anonymisierter Form, um die Vertraulichkeit zu wahren und den Betriebsalltag nicht zu stören. Dadurch ergeben sich für den Unternehmer eine Vielzahl von Fragen bezüglich der Verkäuflichkeit der eigenen Firma: «Will überhaupt jemand mein Unternehmen kaufen?», «Wie leicht kann man seine Firma verkaufen?» oder «Kann das Unternehmen auch ohne mich funktionieren?» sind nur einige der Unklarheiten, welche sich ein Firmeninhaber in dieser Situation stellt.
KMU Nachfolge – vielfältige Käuferschaft
Für die Übernahme eines KMU gibt es viele Gründe. Einer ist der bewusste Einstieg in die Selbstständigkeit statt einer eigenen Firmengründung: Die turbulente Startup-Phase entfällt, die unternehmerische Energie fliesst direkt in ein funktionierendes Geschäft. Die Zahlen sprechen dafür: 95 % der übernommenen Firmen bestehen auch fünf Jahre nach dem Inhaberwechsel noch, bei Neugründungen sind es im gleichen Zeitraum nur rund 50 %.
Wie vielfältig die Käuferschaft tatsächlich ist, zeigt unsere eigene Käuferdatenbank mit über 8'000 qualifizierten Parteien: 58 % davon sind Privatpersonen, 32 % strategische Käufer (andere KMU oder Konzerne) und 10 %
Finanzinvestoren. Bei unseren Sell-Side-Transaktionen der letzten Jahre waren rund 57 % der erfolgreichen Abschlüsse Management-Buy-Ins durch Privatpersonen – und das, obwohl bei rund 80 % dieser Deals auch Strategen oder Finanzinvestoren mitboten. Private Käufer sind damit keine Randgruppe, sondern die grösste Käufergruppe im Schweizer KMU-Nachfolgemarkt.
Die Firmengrösse allein entscheidet dabei nicht über den passenden Käufertyp. So wurde ein Chemiehandelsunternehmen mit nur 6 Mitarbeitenden von einem börsenkotierten Konzern übernommen – nicht wegen der Grösse, sondern weil Marktzugang, Kundenbeziehungen und Know-how strategisch passten. Finanzinvestoren treten im KMU-Segment am seltensten auf: Sie erwarten meist eine bestehende Geschäftsleitung und dass die Verkäuferschaft nach der Übernahme noch mindestens zwei Jahre an Bord bleibt.
KMU kaufen – eine lohnende Anlagemöglichkeit
Der hohen Nachfrage nach Schweizer KMU liegt allerdings nicht nur der Wunsch nach Selbstständigkeit, einer Markterweiterung oder -durchdringung zugrunde. Vielmehr stellen Schweizer KMU eine äusserst spannende und attraktive Anlagemöglichkeit dar. Gerade im heutigen Tiefzinsumfeld sind es auch professionelle Investoren, die sich für Schweizer KMU interessieren. Somit steht der Unternehmer bei einem Firmenverkauf grundsätzlich zahlreichen potenziellen Nachfolgern gegenüber, die wiederum sehr unterschiedliche Motivationen für den Unternehmenskauf aufweisen.
Unternehmensnachfolge – eine Chance für die Firma
Ein scheidender Unternehmer hat meist nicht nur das Ziel, sein Unternehmen zu einem angemessenen Preis zu verkaufen, sondern auch damit den Fortbestand seiner Firma zu gewährleisten. Dementsprechend stellt sich bei der Wahl des geeigneten Nachfolgekandidaten jeweils die Frage, welche Assets und Fähigkeiten dieser einbringen kann, um das Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Mit dem richtigen Nachfolger gewinnt das Unternehmen zweifelsohne neue Kompetenzen und Erfahrungen. Eine allfällige Betriebsblindheit kann durchbrochen und neue Impulse gesetzt werden. Der Status quo wird aufgebrochen, Mitarbeiter erhalten neue Inputs und können sich weiterentwickeln. Festgefahrene Strukturen werden auf den Prüfstand gestellt und neue Marktsegmente können durch Synergieeffekte erschlossen werden. Interessant wird es besonders dann, wenn der Unternehmer gar aus verschiedenen Nachfolgern wählen kann und so bewusst über die strategische Zukunft des Unternehmens entscheidet.
Firma verkaufen – mit einem Berater zur gewünschten Nachfolgeregelung
Die eigene Firma zu verkaufen ist kein einfaches Unterfangen. Meist ist es eine hochemotionale Achterbahnfahrt für den Unternehmer. So geht es doch um die Zukunft des von ihm mit viel Herzblut aufgebauten Lebenswerks. Zudem haben wohl die wenigsten Unternehmer bereits eine Firma erfolgreich übergeben und betreten bei der Nachfolgeregelung sozusagen berufliches Neuland. Dennoch ist dieser Schritt als eine der wichtigsten Aufgaben und Herausforderungen des Unternehmers anzusehen. Dementsprechend will diese sorgfältig geplant und durchgeführt werden. In dieser Situation kann ein erfahrener Transaktionsberater eine erhebliche Unterstützung darstellen. Er begleitet den Unternehmer durch die verschiedenen Phasen der Nachfolgereglung – von der Firmenbewertung über die Käufersuche bis zu den Vertragsverhandlungen und dem Unternehmensverkauf. Er hält dem Unternehmer somit den Rücken frei, damit dieser sich voll und ganz auf das Tagesgeschäft konzentrieren kann. Somit heisst es dann am Ende des Transaktionsprozesses nicht mehr «Nachfolger gesucht» sondern «Nachfolger gefunden».